Sommer, Sonne, Hochsaison – kein Dach überm Kopf?

Schreiben? Schwimmen? Faulenzen? Ach was, keine Zeit. Meine Hauptbeschäftigung in den letzten Tagen war: neue Unterkünfte suchen. Fabian und ich hatten für Mitte Juli noch nichts gebucht – und das war ziemlich optimistisch. Oder einfach nur dumm.

Auf jeden Fall habe ich mich über mich selbst geärgert. Hatte ich doch vor ein paar Wochen viele schöne, günstige Wohnungen für die nächsten Stationen auf unserer Europareise entdeckt. Aber, abgelenkt von Portugals Praias und einem viel zu entspannten Ehemann, war es nicht zur Buchung gekommen.

Ganz toll, Inga, schimpfte ich mich selbst aus. Hätte ich doch…! Die besten Wohnungen waren weg. Und nun? Suchen, suchen, suchen, bis der Kopf brummt. Ein kleiner Trost war, dass es unseren beiden Mitbewohnerinnen ähnlich erging. Auch sie fahndeten stundenlang im Internet, bekamen Absagen und machten immer wieder neue Pläne.

Inga grummelt und Fabian grinst: Hier geht’s zum aktuellen Podcast

Unterkünfte zu suchen, ist die anstrengende Seite des Nomadenlebens. Zumindest, wenn man spät dran ist. Oder Hochsaison ist. Oder beides. Im Juli oder August eine bezahlbare Wohnung in Frankreich nah am Strand, mit guter Ausstattung und einem Balkon oder einer Terrasse zu finden, ist keine Kunst, sondern Sport. Suchen, suchen und suchen. Bis der Rücken schmerzt. Oder die Augen weh tun. Und kaum haben wir ein neues, gutes Angebot gefunden – zack, hat es uns schon jemand weggeschnappt.

Welche Ansprüche haben wir bei den Unterkünften?

Wir mögen Abwechslung. Mal wohnen wir in einer Stadtwohnung, mal in einem Haus auf dem Land, wie jetzt hier in Luz. Am besten ist, wenn die Unterkunft ruhig liegt, aber ein größerer Ort oder ein lebendiges Stadtviertel in der Nähe ist, wo man einkaufen und ab und an essen gehen kann.

Ansonsten: Wir brauchen einen Tisch, der sich zum Arbeiten eignet. Eine Küche mit Herd und möglichst auch einen Backofen (das ist kein Standard). Und WLAN natürlich. Außerdem freuen wir uns über Balkon, Garten oder Terrasse. Vor allem bei Lage und Außenfläche muss man aber schnell Abstriche machen, wenn man spät dran ist.

Oder es wird teuer. Eingeplant haben wir für die Unterkunft für uns beide 1000 bis 1600 Euro im Monat. Also 500 bis 800 Euro pro Person. Bisher haben wir meistens rund 600 Euro bezahlt, also 1200 für uns beide. Einmal lagen wir deutlich unter 1000 Euro. Ein Vorteil ist sicherlich, dass wir zu zweit reisen. Wer allein unterwegs ist, muss eher 800 bis 1000 Euro pro Person einplanen, soweit wir von anderen mitbekommen haben.

Was kostet die Welt? Wie wir unseren Reise finanzieren, lest ihr hier. (Exklusiv für Patrons)

Wie suchen wir Unterkünfte?

Hauptsächlich auf Airbnb, ganz einfach. Wir haben uns zwar auf anderen Plattformen umgesehen, sind aber schnell wieder zu Airbnb zurückgekehrt. Dort haben wir doch die günstigeren Angebote gefunden, weil es bei Monatsaufenthalten kräftige Rabatte gibt. Die Buchungsbedingungen sind sicher. Meistens kann man sofort buchen und wartet nicht wie bei anderen Portalen 24 Stunden oder länger auf eine Bestätigung. Um dann zu erfahren, dass die Wohnung schon weg ist. Manchmal ist eine Stornierung bis kurz vor der Reise möglich. Unkompliziert kann man bei Airbnb Anfragen stellen, etwa zur Internet-Qualität. Ist eine Unterkunft dann doch schon ausgebucht, weil man zu lange gezögert hat, bekommt man manchmal Tipps, wo noch was zu finden ist.

Was uns aber schon mehrmals passiert ist: Die Vermieter*innen lehnen das Angebot ab und schrauben den Monatspreis für ihre Unterkunft im Nachhinein hoch. Vermutlich, weil sie mit Langzeitaufenthalten keine Erfahrung haben und selbst gar nicht wussten, welchen Rabatt es bei der Buchung ihrer Wohnung für einen Monat gibt.

Auf die Angebote für die Häuser in Sitges und Luz sind wir über die Facebook-Gruppe Digitale Nomaden aufmerksam geworden. Per Direktachricht haben wir uns sofort beworben. Es folgte ein Zoom-Call mit unseren potentiellen Mitbewohnerinnen. Wir lernten uns kennen, klärten Zeiträume ab und beantworteten Fragen. In Luz war zum Beispiel wichtig, dass wir Hunde mögen. 😉 Für die Häuser in Sitges und Luz schlossen wir einen Verträge über die gemeinsame WG-Zeit ab. Der Rest war Vertrauenssache.

Ihr wohnt in einer „Villa“ – habt ihr im Lotto gewonnen?

Nein. Haben wir nicht. Und wenn, würden wir es nicht sagen. Aber mal im Ernst: Die Aufenthalte in den „Villen“ waren im Durchschnitt nicht teurer als die in den kleineren Wohnungen, wo wir zu zweit waren. Unter „Villa“ versteht man hier, in Portugal oder auch in Spanien, meistens ein größeres, schön gelegenes Ferienhaus. Für uns ist das schon was Besonderes. Und ja, vor allem die Villa in Sitges, war echt spektakulär.

Die Ausstattung war in den beiden Häusern schön, aber einfach – Ikea-Betten, insgesamt schlichte Möbel, wenig Bilder. Meistens gab es gerade in den „Villen“ ein paar Probleme mit Türen, die nicht schlossen. Oder einer Heizung, die nicht funktionierte. Das ist dann wie Zuhause: Irgendwas ist immer. Zum Glück hat Fabian Werkzeug dabei. In beiden Villen hatten wir aber immer wieder Handwerker zu Besuch, die zwischendurch was reparieren mussten. In Luz wurde vor unserer Ankunft, als unsere Mitbewohnerinnen schon eingezogen waren, noch die Terrasse gemacht und die Barbecue-Ecke gefliest. Ein Zimmer ist bis jetzt nicht ganz fertig.

Aber klar, es gibt viele Vorzüge, die wir genießen. Leisten können wir uns das aber nur, weil wir bereit sind und es sogar richtig toll finden, mit anderen Reisenden zusammen zu wohnen. Und auch, weil unsere Mitbewohner*innen mit den jeweiligen Besitzern oder Verwaltern einen bezahlbaren Preis für die Häuser ausgehandelt haben – das ist in außerhalb der Hauptsaison gut möglich.

Wie geht es weiter?

Unterkünfte suchen kann Arbeit sein. Wir könnten einfach alle hier in „unserem“ Haus hierbleiben, haben unsere Mitbewohnerinnen vorgeschlagen. Anstatt stundenlang im Internet zu fahnden. Ich fürchte das geht nicht – aber ja, mittlerweile haben Fabian und ich eine Wohnung für Mitte Juli gefunden. Es klappt ja dann doch immer. Aber das heißt jetzt nicht: Füße hoch und nichts tun. Die Suche für August geht weiter. Denn da ist noch immer Hochsaison. Ich will mich nicht schon wieder über mich selbst ärgern.

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