Podcast #4: Zurück an einen magischen Ort

Fabian ist zurück von seiner Dienstreise. Ich bin wieder fit. In Folge 4 von „Eine wilde Woche“ erzählen wir, was wir getrennt voneinander erlebt haben. Aber nicht nur. Zusammen kehren wir an einige wunderschöne Orte zurück, die wir auf einer früheren Reise entdeckt haben. Ein Ort hat es mir besonders angetan. Und Fabian nimmt euch mit an einen Lieblingsstrand. Kommt mit und entdeckt mit uns die wilde Algarve.

Hört rein und bleibt wild!

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Podcast #3: Einsatz mit dem Feuerlöscher

In Episode 3 unseres Podcasts erzählen wir euch, was wir auf unserem Weg nach Portugal erlebt haben. Das war nicht wenig: Unser Feuerlöscher ist nun Geschichte. Auch erfahrt ihr in „Eine wilde Woche“, was wir in der Algarve als allererstes gemacht haben und wie unser Ankommen in der Co-Living-Villa in Luz war. Ach ja: Und Fabian hat sich, sozusagen im Vorbeifahren, noch einen sehnlichen Auto-Wunsch erfüllt.

Steigt ein und bleibt wild!

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Podcast #2: Wir machen eine Zeitreise

In Episode 2 unseres Podcasts öffnet sich ein Tor zu einer anderen Zeit. Wir gehen hindurch und erleben eine Welt, die wir uns so nie hätten vorstellen können. In unserer letzten Woche in Andalusien entdecken wir neue Lieblingsorte, Fabian ist doch mal genervt und ich erfülle mir gleich zwei Wünsche. In „Eine wilde Woche“ verraten wir euch, wie die Reise weitergeht.

Kommt mit und bleibt wild!

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Wer nicht hören will, kann lesen:

Meine Top 5 – Die schönsten Orte rund um Barbate

Top 5: Die schönsten Orte bei Barbate

Andalusien war einer meiner Sehnsuchtsorte für unsere Reise. Zunächst haben wir die Region Almería erkundet. In der Zeit haben wir in Carboneras gewohnt. Danach ging es weiter in die Fischerstadt Barbate, zwischen Tarifa und Cádiz, nahe Gibraltar (Titelbild: Vejer de la Frontera).

Mussten wir in Carboneras noch ein wenig kämpfen, mit Saharastaub, Siesta-Zeiten und wechselhaftem Frühlingswetter, war hier von Anfang an alles Sonnenschein: weite Sandstrände, wunderschöne Landschaften, Pinienwälder, abwechslungsreiche Dörfer und Städte, Pferde, Wind und Tanz, kurzum Aloha-Feeling und Flamenco-Vibes in einem – für mich ist das die perfekte Mischung. So lässt’s sich leben. Und auch Fabian blühte hier noch einmal mehr auf. Alle drei Tage sagte er: „Es ist so schön hier.“

Hier meine fünf Lieblingsorte rund um Barbate:

5. Bist du auch so neugierig wie ich? Ja, ich gebe es zu, ich schau gern mal nach, was sich hinter Fenstern und Türen verbirgt. In den Orten und Städten rund um Barbate lohnt es sich immer wieder, einen Blick in die Innenhöfe der Häuser zu werfen. Mit ihren Fliesen und Mosaiken haben die Böden und Wände mich an meine Marokko-Reisen erinnert. Sie sind kleine Oasen. Manchmal sind die Türen zu den Höfen weit geöffnet. Das kannst du als Einladung verstehen. Du darfst eintreten und dich umschauen, ohne die Hausbewohner zu stören natürlich. Ein kleiner Streifzug durch die Innenhöfe lohnt sich zum Beispiel in Cádiz oder auch in Vejer de la Frontera.

Casco antiguo: Hier saß ich gleich am ersten Tag und habe einen Mann kennengelernt, der mir viel über Barbate erzählt hat.

4. Klein aber fein: Das Altstadtviertel von Barbate, das casco antiguo, ist traumhaft, und gleichzeitig so schön normal. Vor allem morgens kann es hier sehr ruhig sein. Bei meinem ersten Besuch war ich fast allein im Viertel unterwegs. Du spazierst entspannt durch die Gassen. Die weißen Hausfassaden sind mit Blumenkübeln geschmückt. In der Calle particular hängen besonders viele bunte Kübel. In der Mitte des casco antiguo gibt es einen Platz, der dich zu einer Pause einlädt. Hier musst dich nicht weit laufen wie in anderen Altstädten, musst dich nicht beeilen, und ein Café findest du auch. Wenn du gerade in Barbate bist und einen Ort der Ruhe suchst, bist du hier richtig.

Strand in Zahara de los Atunes: Auf einem langen Holzsteg sind wir dem Sonnenuntergang entgegengegangen.

3. Auf Platz drei landen die Strände in und um Barbate. Zahara de los Atunes, El Palmar, Los Canos de Meca oder Barbate selbst – ich kann mich gar nicht entscheiden, welchen Strand ich hier am schönsten finde. Alle sind weit, haben hellen, weichen Sand. Einige sind über Holzstege zu erreichen. Du gehst zwischen Dünen und Gräsern entlang zum Strand. Einfach nur schön. In einigen Küstenorten wie El Palmar oder Los Canos de Meca ist gut was los: Die Promenade oder der Hippie-Markt laden zum Bummeln, Frühstücken oder ab mittags zum ersten Bier in der prallen Sonne ein. Wer’s mag…

2. Vejer de la Frontera ist ein kleine, weiße Stadt, die auf einem Hochplateau liegt. Wenn du sie aus der Ferne siehst, könntest du die Häuser für Schnee auf Berggipfeln halten. So erging es Fabian auf jeden Fall. Vejer de la Frontera ist ein andalusisches Kleinod. Fahr unbedingt dort hin, wenn du durch kleine Gassen schlendern willst. Eine Stadtmauer umgibt die gesamte Altstadt, in der vieles an die Zeit der maurischen Besetzung erinnert. Schau auf jeden Fall hier und da in die Innenhöfe. In Vejer sind sie besonders blumig, denn die Bürger*innen beteiligen sich anscheinend an Floristen-Wettbewerben. Auch der Plaza Espana ist wunderschön und palmig. Dass du in Vejer auch in der Nebensaison nicht alleine flanierst, wirst du verkraften. Es ist zuuu schön.

Blick bis Barbate: Die Aussicht von der Klippe im Naturpark La Brena ist atemberaubend.

1. Mein absoluter Lieblingsort ist der Naturpark La Brena y Marismas. Er ist der schönste Wald, den ich je gesehen habe, wirklich. Du wanderst durch Pinienwälder. Es riecht nach Nadelbäumen, Lavendel und Rosmarin. Du kommst auf eine Klippe zu – wow! – von dort hast du einen tollen Blick über die Küste, bis nach Barbate. Atemberaubend. Dieser Aussichtspunkt ist das Sahnehäubchen in La Brena, dem Brokkoli-Wald, wie Fabian und ich ihn nennen. Zu allem Überfluss gibt es im Park mehrere, riesige Picknick-Plätze. Dazu einen lustigen Parkwächter, der dir gerne den Weg zeigt. Und wunderbare Hängematten-Plätze. Ein Wald wie aus dem Bilderbuch.

Fabian chillt in seiner Hängematte. Der Platz war aber gar nicht so einfach zu finden. Die Kronen der Bäume sind so ausladend, dass auch ihre Stämme meistens weit auseinanderstehen und die Hängematte zu kurz war.

Die Aloha-Vibes haben uns so entspannt, dass wir längst nicht alle schönen Orte in der Region Cádiz besucht haben. Zum Beispiel Gibraltar heben wir uns fürs nächste Mal auf. Es gibt noch so viel zu entdecken, so viel zu besichtigen und so viele Feste mitzufeiern. Andalusien, wir sehen uns wieder.

Fabian und ich on Air: Hört hier die erste Folge unseres Podcastes „Eine wilde Woche“.

Yeah! Unser erster Podcast ist online

Unser Leben als digitale Nomaden rockt. Diese Woche war aber alles noch viel aufregender als sowieso schon. Erst hatten wir zwei wahnsinnig spannende Leute zu Besuch. Dann hatte Fabian eine fantastische Idee. Wie beides zusammenhängt und warum wir auf unserer Europareise diesen Podcast starten, erfahrt in Episode 1.

Hört rein und bleibt wild!

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Verheiratet sind wir schon, und jetzt trauen wir uns noch was: Fabian und ich machen zusammen einen Podcast. Ursprünglich wollten wir mal einen Kochpodcast starten. Jetzt wird es aber ein Reisepodcast. Aber leckeres Essen kommt auch darin vor.

Seit Februar 2022 sind wir auf Europareise. Fabian arbeitet als Softwareentwickler und gibt Yoga-Unterricht. Ich schreibe ein Buch und erzähle auf Instagram und in meinen Blog „Ein wildes Jahr“ von unserer Reise. Zusammen wandern und tanzen wir gerne, cruisen durch die Gegend und entdecken neue Orte.

Hier plaudern wir über unsere wilde Woche: Was war unser schönstes Erlebnis? Was war nervig? Was war der schönste Ort, den wir besucht haben?  Gerne beantworten wir auch eure Fragen zu unserem wilden Jahr und unserem Alltag als digitale Nomaden. Her damit!

Video: Drei Dinge, die mich inspirieren

Wie ihr wisst, arbeite ich an einem Buch. In den letzten Monaten habe ich dafür wie eine Wilde Ideen entwickelt, recherchiert, Figuren erschaffen, die Handlung erarbeitet und nach Orten für meine Geschichte gefahndet. Jetzt habe ich angefangen zu schreiben, endlich!

Jeden Tag neue Ideen zu entwickeln, ist gar nicht so einfach – muss aber kein Kampf sein: Ich erzähle euch, welche drei Dinge mich beim kreativen Arbeiten am meisten inspirieren. Dafür nehme ich euch mit auf einen Spaziergang durch die andalusische Fischerstadt Barbate.

VIDEO: Kommt mit auf einen inspirierenden Streifzug und schaut euch meinen kleinen Film auf Patreon an.

Schreibt mir gerne in die Kommentare:
Was ist eure größte Quelle der Inspiration?

Stories, Comics, Choreografien: Vielleicht arbeitet ihr auch an einem kreativen Projekt und habt eure ganz eigenen Erfahrungen, die ihr hier teilen könnt.
Nur zu!

Das Glücksarmband: Gib mir eine Vision

Eine neue Vision vom Leben entwickeln: Das ist ein Ziel und eine Herausforderung unserer Europareise. Sicherlich die größte Herausforderung, der Fabian und ich uns unterwegs stellen, denn folgende Frage fährt mit im Corsa: Was kommt nach dem wilden Jahr?

Heute erzähle ich euch nichts von Bergen, Stränden oder Hippiedörfern. Heute gibt es eine Geschichte. Eine Geschichte mitten aus dem Leben. Eine Geschichte darüber, wie wir eine Vorstellung unserer Zukunft erschaffen können und wie diese Wirklichkeit werden kann.

Also, die Geschichte vom Glücksarmband, fängt so an: Die grausamste Phase meines Lebens war mit Ende 20. Ich stand am Anfang meines Berufslebens, wohnte in Münster, unternahm viele Ausflüge und Reisen, hatte Freunde und meine Familie in der Nähe.

Von außen sah alles schön aus, von innen war es das nicht. Überhaupt nicht.

Kurz gesagt: Ich fühlte mich allein und auf der Suche nach einem Ort, der es gut mit mir meinte.

Blick auf den Horizont: Wohin führt mich die Suche nach einem Ort, der es gut mit mir meint?

Zu meinem 30. Geburtstag bekam ich ein Geschenk von meiner Mutter: einen Perlen-Workshop. Hübsch, dachte ich, wir basteln ein Armband. Kann man mal machen. Der Nachmittag bei einer Künstlerin wurde aber ganz anders als gedacht. Irgendwie kamen wir gar nicht so recht in die Bastelei. Stattdessen unterhielten wir uns bei Kaffee und Apfelkuchen in dem alten Fachwerkhaus der Künstlerin über unsere Lebensziele. Und vieles mehr. Ich fragte mich schon ein bisschen, was wir hier eigentlich vorhatten.

Homepage von Claudia Georgi: Hier haben wir den Schmuckworkshop gemacht

Aber es ging letztendlich um unsere sieben Wünsche für unser Leben, unsere Vision für ein glückliches Leben. Wir zeichneten sieben Kreise auf ein Blatt Papier. In diese Kreise schrieb jede von uns vier Teilnehmerinnen, was ihr für die nächsten Jahre, die Zukunft, das Leben wichtig war. Zum Beispiel: neuer Job, Gesundheit, Weltreise, Spaß und Abenteuer, Abwechslung vom Alltag, Leute kennenlernen, die große Liebe finden.

Für jeden dieser sieben Wünsche suchten wir uns eine passende Perle aus. Ich wählte einen Stein, in dem sich Gelb, Orange und Weiß zu einem Wirbel mischten. Er stand für Kreativität in meinem Leben: tanzen, schreiben, in den Flow kommen. Für den Wunsch nach wilden Partys suchte ich eine runde, glitzernde Perle aus, die mich an eine Disco-Kugel erinnerte. Für das Thema Arbeit fand ich einen schweren, türkis-schwarzen Stein – das war ein gewaltiges Thema, da gab es viel zu erreichen.

Und so weiter.

Sieben Perlen symbolisierten meine Wünsche – und sie gingen alle in Erfüllung. Innerhalb von fünf Jahren erreichte ich alles, was ich als Wunsch an mein Armband geknüpft hatte. Eigentlich erreichte ich sogar mehr, als ich mir mit Anfang 30 erhofft hatte. Oldenburg, wo ich jetzt arbeitete und lebte, meinte es gut mit mir.

Nur ein Wunsch erfüllte sich nicht. Übrig war die vielleicht verheißungsvollste Perle: die goldene, die funkelte und strahlte und sich so von den anderen abhob.

Wo führt uns unsere Reise hin? Das wollen Fabian und ich unterwegs herausfinden.

Der Wunsch, der mit dieser Perle verbunden war, blieb unerfüllt. Weil alle anderen Wünsche wichtiger waren, zunächst. Weil ich so dankbar war, dass alles andere real geworden war. Weil ich, zugegeben, vielleicht auch ein bisschen im Hier und Jetzt verharren wollte. War es doch alles so schön gewesen. Das Armband wurde zu schwer mit der Zeit. Und so drängte sich auf, die letzte Perle auch Realität werden zu lassen.

Sie steht für Neuanfänge. Die Zeit der Veränderung war gekommen. Lange wusste ich nur nicht, was der nächste Schritt sein würde. Die Reise, dieser Blog, das Buch, sind die ersten Schritte in die Veränderung. Wo sie hinführen, ist noch offen. Meine Aufgabe ist, ein neues Armband zu kreieren, eines für die nächsten Jahre – also: Welt, gib mir eine neue Vision!

Erstmals habe ich diese Geschichte übrigens in einem Podcast mit meiner Kollegin Anna-Lena Sachs zum Start unserer Reise erzählt. Hier könnt ihr ihn hören.

Carboneras und die Frage: Wer bin ich?

Station zwei auf unserer Europareise ist das komplette Gegenteil von unserer wilden Villa-Zeit in Sitges: Wir sind in Carboneras, einer Küstengemeinde in der andalusischen Provinz Almería. Aguaamarga, Las Negras, Playa de los Muertos – die Namen der Orte rund um Carboneras verheißen Düsteres. Die durch Netflix-Thriller-verdorbene Seite in mir schmiedet heimlich also bereits Ideen für einen Andalusien-Krimi. Aber die andere, die Nachdenklichere bis Philosophische, kommt hier auch zum Vorschein.

Carboneras ist, zumindest im Frühling, etwas verschlafen. Es gibt ein paar Geschäfte, Tapas-Bars und Cafés, die aber die meiste Zeit am Tag geschlossen haben. Die Gegend rund um den Ort mit rund 8000 Einwohner ist wunderschön. Schon auf dem Hinweg verliebte ich mich in die verwunschen und märchenhaft anmutende Landschaft, das Gebirge, die Felsen und die verstreut liegenden Bauernhöfen und Villen. Die meiste Zeit des Jahres ist es in Andalusien heiß und trocken – nicht aber bei unserer Ankunft.

Siedlung bei Las Negras, dahinter die Berge: Hier haben wir eine wunderschöne Feierabend-Wanderung zum Hippie-Strand Cala San Pedro gemacht.

Wir wurden mit spanischem Aprilwetter begrüßt: Sturm, Gewitter, Regen, nur ab und zu Sonne, immer aber so um die 16 Grad. Die Spanier fanden diese Wetterkapriole gar nicht witzig, als Norddeutsche konnten wir aber nur müde über ihre Klagen lächeln, packten die Regenjacken aus und buchten eine Off-Road-Tour. Da sitzt man ja meistens im Trockenen, während der Jeep sich rundum genüsslich einsaut. So also und bei kleinen Wanderungen lernten wir die Umgebung kennen: den Naturpark Cabo de Gata, die Orte Aguaamarga (bitteres Wasser) und Las Negras (die Schwarzen), den hübschen Keramikort Níjar und Cala San Pedro, eine wunderschöne Bucht, in der Hippies leben.

Wieder nur zu zweit und weit weg von der Großstadt, mussten wir uns erst einmal an die Ruhe gewöhnen. In der Villa war ja immer was los gewesen. Jetzt war wieder Zeit, zu lesen, Pläne zu machen und über die letzten beiden Monate nachzudenken: Weg aus Oldenburg, mitten in die Workation mit sieben fremden Leuten, in ein komplett neues Leben. Und fast seit Beginn unserer Tour wütet der Krieg in der Ukraine, eine große Sorge, die bei uns mitreist. Was haben wir uns da getraut? Was passiert da gerade?

Eine verrückte Zeit, die schön, verwirrend und furchteinflößend zugleich ist.

In Deutschland, zu Hause, hatte ich immer das Gefühl, jemand zu sein, die Freundin, die Onlineredakteurin, die Oldenburgerin, die Tänzerin. Ich hatte einen festen Platz, feste Gruppen, feste Anlaufstellen. Ich kenne dort viele Leute, einige kennen mich. Über all das definierte ich mich. Das spielt jetzt keine Rolle mehr, darum frage ich mich: Wer bin ich nun, ohne festen Job, das Haus, die Familie, den Freundeskreis?

Eine Fremde? Ein Niemand? Eine digitale Nomadin? Eine Hausfrau auf Reisen? Bei Facebook nenne ich mich Autorin und Bloggerin auf Zeit – das passt am besten, finde ich. Und natürlich bin ich vor allem eine Reisende, die niemanden kennt, an die sich wohl kaum jemand erinnern wird, die aber reich ist: an Zeit und Freiheit.

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Reise zurück zu mir: schreiben, lesen und philosophieren auf dem Balkon in Carboneras.

Adiós, Villa Tupinetti: Das nehme ich mit

Sie kennen sich kaum, sind zwischen 23 und 38 Jahren alt und haben alle andere Einstellungen zum Leben, Arbeiten und Wohnen: Neun komplett verschiedene Menschen verbringen einen Monat zusammen in einem Haus – kann das gut gehen?

Ein Blick auf unser Zusammenleben in der Villa Tupinetti in Sitges bei Barcelona: Wie es funktionierte und was ich aus dieser Zeit für mich persönlich mitnehme. (Titelbild: Danke an Laura aus der Villa Tupinetti)

So kam es zu dieser Workation

Alles fing an mit einem Posting auf einer Facebook-Seite für Digitale Nomaden. Ein Pärchen aus Würzburg suchte Mitbewohner für einen Monat Workation in Spanien. Die Unterkunft, die Villa Tupinetti in Sitges bei Barcelona, stand schon fest. Die weiteren Bewohner „castete“ das Pärchen nach und nach per Videochat. Wichtig war, dass jede und jeder mit ihrem oder seinem Arbeitgeber geklärt hatte, aus dem Ausland arbeiten zu dürfen. Um uns etwas abzusichern, unterschrieben alle Bewohner einen Vertrag mit den Initiatoren. Letztendlich basierte das Vorhaben aber vor allem auf Vertrauen.

VIDEO: Rundgang durch die Villa Tupinetti

Leben wie in einer Großfamilie

Zweifel werden oft weggewischt, sobald etwas Neues beginnt. So war es auch in der Villa. Wir verstanden uns auf Anhieb gut, alle starteten mit viel Lust und Offenheit in die Workation – und der typische WG-Ärger blieb aus. Ja, manchmal nahm das Chaos seinen Lauf, aber meistens schritt eine tatkräftige Bewohnerin oder ein Bewohner im letzten Moment ein, bevor es eskalierte. Und wer eine gute Tat vollbrachte, also putzte oder den Müll rausbrachte, wurde gebührend gefeiert. Applaus für die Hausarbeit – da hat man zumindest ein bisschen mehr Motivation, sich daran zu beteiligen. Dafür dass wir wie in einer Großfamilie zusammenlebten, klappte alles erstaunlich reibungslos.

Bloß keine Vollzeitstelle auf Reisen

Fast alle Villa-Bewohner nahmen ihren Job oder ihre Selbstständigkeit mit auf die Reise. Für ihre Arbeitgeber war es meistens ein Versuch, ein Experiment, das „neue“ mobile Arbeiten auszuprobieren. Unsere größte Befürchtung vor Beginn der Reise: Würde die Internetverbindung in die Knie gehen, wenn neun Leute gleichzeitig telefonierten, mit großen Datenmengen arbeiteten und Videokonferenzen abhielten?

Nein, das ist nicht passiert. Das Internet war kein Problem, und auch sonst lief alles ziemlich glatt: Wir arbeiteten wie in einem kleinen Großraumbüro zusammen. Wer in Dauerkonferenzen war, zog sich ab und an in sein Zimmer zurück. Oder suchte einen „repräsentativen Hintergrund“ in der Villa für formale Gespräche. Nach einer Woche Workation sprachen wir einmal über die Situation und klärten, ob es Beschwerden und Änderungswünsche gab. Schnell hatte sich alles eingependelt.

Eine Erkenntnis hatten unsere Mitreisenden mit Vollzeitstelle aber früh: Acht Stunden arbeiten am Tag, wenn man auf Reisen ist, das ist keine so gute Idee. Fabian profitierte hier sehr von seiner Teilzeitstelle, weil ein Großteil des Nachmittags frei war für Ausflüge und Spaziergänge.

Positiver Gruppenzwang

Grillen, kochen, wandern, Karneval feiern, nach Tarragona fahren – von Anfang an unternahmen wir mehr zusammen, als wir geplant hatten. Jeder kann ja machen, was er will – war eigentlich das Motto. Aber das klappte nicht ganz, weil meistens doch alle dabei sein wollten, wenn was los war. Wir nannten das Tupinetti-Phänomen „Positiver Gruppenzwang“. Ich genoss es sehr, mal wieder viel Zeit in einer größeren Gruppe zu verbringen, Witze zu machen, verrückte Ideen umzusetzen, immer jemanden zum Unterhalten und Diskutieren zu haben und auch spontan etwas zu unternehmen.

Was nehme ich persönlich aus der Zeit mit?

  • Es ist gut, dass wieder was los ist. Die Sonne, die Gruppe, die Aktivitäten – so eine Workation wie in der Villa würde ich jederzeit wieder machen, vielleicht mal selbst planen. Also nicht adiós, Tupinetti, sondern: Hasta luego! Bis zum nächsten Mal!
  • Von den anderen Reisenden habe ich viel gelernt – über moderne Arbeitsprozesse, werteorientierte Unternehmen und Möglichkeiten, selbstbestimmt zu arbeiten.
  • Der Altersunterschied zwischen den Villa-Bewohnern war kein Problem. Ich fand es sehr spannend und bewundernswert, wie bewusst vor allem die Anfang-20-Jährigen über ihr Leben, Geld, Reisen, den Sinn ihrer Arbeit und ihre Pläne reflektierten.
  • Ich habe es sehr genossen, meine eigenen Projekte auf den Weg zu bringen, mir die Zeit einzuteilen und mich in Pausen mit den anderen Bewohnern auszutauschen.
  • Ich habe einen Tanzworkshop gegeben. Holla, das habe ich mich noch nie getraut.

Nächster Blog: Wo geht die Reise hin? Die zweite Station auf unserem Europa-Trip.

Magst du uns auf unserer Reise und bei unseren Plänen unterstützen? Hast du Lust, mein Buchprojekt zu begleiten? Dann werde Patreon auf patreon.com/ingawolter.

Das Buchprojekt: Ein Traum lernt tanzen

Vergraben unter vielen anderen Aufgaben, abgestellt in die hinterste Ecke und schließlich fast vergessen in der Schublade mit der Aufschrift „Wird sowieso nichts“ : So war es lange um meinen Traum bestellt, ein Buch zu schreiben. Jetzt ist an der Zeit, ihn umzusetzen.

Ich nehme euch hier also nicht nur mit auf Europareise. Ich nehme euch auch mit auf mein Buchabenteuer. Bewusst habe ich mich dagegen entschieden, in meinem Turmzimmer zu hocken und allein an einem dicken, bedeutungsvollen Roman zu arbeiten. Kein Bock drauf.

Viel lieber sitze ich am Strand, im Café oder im Wohnzimmer der Villa Tupinetti und schreibe. Und so möchte ich auch den gesamten Schreibprozess gestalten: Ich möchte euch teilhaben lassen und euch von meinen schönen, schwierigen und wilden Buchabenteuern erzählen.

Was mache ich eigentlich den ganzen Tag? Darüber werde ich euch vor allem auf der Plattform Patreon auf dem Laufenden halten. Wo wir gerade beim Thema sind: Zurzeit arbeite ich an den Buchfiguren – was treibt sie an, wovor haben sie Angst, was wäre ihr größtes Glück? Mit meinen Figuren treffe ich mich nun wie mit den Bewohnern der Villa Tupinetti morgens auf einen Kaffee und lerne sie kennen. Sie sind mir wichtig, weil sie die Geschichte zum Leben erwecken werden.

Auch ihr, liebe Leser*innen, seid ein Teil der Geschichte. Beim Schreiben denke ich an euch. Ich werde euch bestimmt zwischendurch mal um Hilfe bitten. An bestimmten Punkten werde ich euch Fragen stellen, zum Schreiben, zum Leben oder auch zum Thema Tanzen, das in meinem Buch eine größere Rolle spielen wird. Vielleicht werdet ihr sogar Teil meines Buches – drei Leser*innen, die mich unterstützen, können darin als Romanfigur auftreten (Level 5).

Ich möchte eine Geschichte schreiben, die Menschen verbindet, sie inspiriert und zu kreativer Zusammenarbeit anregt. In meinem Buch wird es um Einsamkeit und Unterdrückung gehen, um Gemeinschaft und Freundschaft. Darum, wie aus etwas Schlechtem und Bedrohlichen etwas Gutes entsteht. Ich will noch nicht zu viel verraten. Tiefer tauchen wir später ein.

Für mich persönlich geht mit diesem Buchprojekt ein Traum in Erfüllung. Und ich nenne es verdammt gerne BuchPROJEKT. Denn es ist ein Versuch, ein Wagnis, eine Reise – nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“. Klingt abgedroschen, ist aber so. Kommt mit auf die Reise, habt teil, mischt euch ein. Es wäre doch toll, wenn wir am Ende zusammen ankommen würden.

Habt ihr Fragen, Anregungen oder Ideen für meine Buchfiguren? Schreibt mir gerne.